Wissenschaftliches Schreiben am Mac

Schreibwerkzeuge

In letzter Zeit habe ich nicht nur meine Verwaltung auf paperless office umgestellt umzustellen versucht (an ongoing process), ich experimentiere auch mit diverser Software, um mein wissenschaftliches Schreiben zu optimieren (und, so Gott will, zu beschleunigen).

Die Software, die mir dabei untergekommen ist, für gut befunden wurde und deshalb bleiben darf, will ich im folgenden in einigen kurzen Beiträgen kurz vorstellen. Wichtige Hinweise verdanke ich Joachim Scholz’ AcademiPad, das ich akademischen Mac- und iPad-Nutzern uneingeschränkt zur Lektüre empfehle. Die Beiträge sind meinungsstark, aber immer durchdacht; selbst wenn  man anderer Meinung ist (ich mag zum Beispiel Apples Smart Cover), nimmt man immer einen guten Gedanken mit.

Sente, iA Writer, Scrivener im Dock

In meinen Workflow haben jetzt Eingang gefunden:

  • Sente (sehr komplexe Bibliographie-Software mit integriertem PDF-Leser) – sowohl für den Mac als auch fürs iPad.
  • iA Writer (programmatisch schlichtes Programm zum distraction-free writing) – ebenfalls für den Mac und fürs iPad.
  • Scrivener (bildschönes Schreibprogramm, das vor allem für die Textstrukturierung und die Materialsammlung geeignet, aber ausdrücklich nicht für die endgültige Formatierung angelegt ist.) – für Mac und Windows-PC, an einer iPad-App wird gearbeitet.

Mein neuer Workflow für die Textproduktion

Hatte ich zuvor mit Microsoft Office 97, Microsoft Office XP und Open Office immer Komplettlösungen für alle Arbeitsschritte von ersten Entwürfen bis zum fertigen Text benutzt, so habe ich jetzt einen Arbeitsablauf, in dem spezialisierte Anwendungen (iA Writer, Scrivener, Evernote, Sente) gewissermaßen Hand in Hand arbeiten; Open Office (bzw. Pages) übernehmen nur noch die Endformtierung (die eigentliche Stärke eines Textverarbeitungsprogramms). Eigentlich hatte ich immer gedacht, dass eine “eierlegende-Wollmilchsau”-Software besser als eine Sammlung spezieller Apps funktioniert, weil alles übersichtlicher bleibt. Diese Überlegung krankt, wie ich mittlerweile denke, an einem Denkfehler: Übersichtlich ist allenfalls der Programme-Ordner, aber nicht unbedingt der Arbeitsprozess. Das Benutzermenü eines Office-Pakets ist so komplex und optisch überbordend, dass es fortwährend für Ablenkung sorgt (zumindest bei mir), die einzelnen Programme reduzieren diesen Ablenkungsfaktor: Man ist jeweils auf den konkreten Arbeitsschritt konzentriert, alle anderen treten demgegenüber in den Hintergrund.

Mein Umdenken hat sicherlich damit zu tun, dass das iPad immer mehr in meinen Arbeitsablauf integriert wird: Das Sandboxing-Prinzip von iOS erfordert die Aufteilung in verschiedene Arbeitsschritte (in iA-Writer schreiben, in Sente bibliographieren, am Mac dann in Scrivener kompilieren); da ich überwiegend Software einsetze, die sowohl für den Mac als auch fürs iPad/iPhone vorliegt, lag es nur nahe, die Arbeitsschritte am Mac beizubehalten. Die Cloud-Anbindung der Programme  macht das Setting umso attraktiver.

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