Software-Abomodelle: Sackgasse oder Weg in die Zukunft?

Schon länger wird im Software-Bereich ein Geschäftsmodell ausprobiert, das offenbar von vielen für ein Zukunftsmodell gehalten wird: Software as a Service (SAAS), auf gut Deutsch: Man kauft Software nicht mehr, sondern „mietet“ sie für einen definierten Zeitraum (monatlich, halbjärlich, jährlich).

Bewusst wahrgenommen habe ich das zunächst eher aus der Ferne: Microsoft Office 365 und Adobe Creative Cloud sind die Platzhirsche dieses Abo-Modells. In beiden Fällen erhält man ein umfangreiches Software-Paket mit Updates und Cloud-Speicherplatz; das Abo-Modell ist gegenüber dem Einmalkauf sogar, wenn man alle Leistungen einpreist, vermutlich ein Schnäppchen.

Nun, ich bin weder Abonnent von Office 365 noch Adobe CC, sondern benutze stattdessen bislang abofreie Alternativen: LibreOffice am Mac und Pages auf iOS für Office-Dokumente (.docx etc.) und PDFPen Pro am Mac und PDF Expert auf iOS.

Abos habe ich für Software nur für Programme abgeschlossen, die eine Serveranbindung als Mehrwert bieten; bislang Evernote (gerade gekündigt) und Bear. Nun schwenken aber Software-Firmen, deren Produkte ich gerne genutzt habe, ebenfalls auf SAAS um, und ich bin ehrlich gespalten, wie ich mich dazu als Kunde verhalten soll. Im Einzelnen betrifft das TeacherTool, einen sehr nützlichen, elektronischen Lehrerkalender und Ulysses, einen sehr schicken Markdown-Editor.

Beide Programme sind sehr ausgereift und werden, soweit das aus Nutzersicht überhaupt ersichtlich wird, von engagierten Teams gepflegt; diesen Teams ist ein auskömmliches Einkommen natürlich zu wünschen. Gleichwohl: ich habe eine ausgesprochene Aversion gegen Abo-Modelle bei Software. Wenn die Nutzung der Software an zeitlich begrenzte Autorisation geknüpft ist, sind die Daten, die in dieser Software entstehen und ggf. gelagert sind, mit Pech irgendwann nicht mehr zugänglich (z. B. weil die Firma dicht macht und den Autorisationsserver abschaltet). Der Fairness halber sei angemerkt, dass weder die Macher von TeacherTool noch von Ulysses ihre Programme soweit funktionstechnisch „verkrüppeln“, dass ein Datenexport nach dem Ende des Abos nicht mehr möglich ist. Dennoch: die Gefahr besteht.

Im Moment neige ich dazu, diese Abonnements nicht abzuschließen und mit den vorhandenen Versionen weiterzuarbeiten, bis es nicht mehr geht. Das heißt aber auch: die Augen nach Alternativen aufhalten (wie ich es gerade mit Evernote gemacht habe).

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